Unser Natur-Schwimmteich

Im Jahr 2003 sahen wir auf einer Ausstellung die Idee des Naturschwimmteiches. Nun haben wir keinen großen Garten – also: größtmöglich anlegen (Firma Bienger), nie wieder Rasenmähen… Der Schwimmbereich hat jetzt 8 m Länge und 1,6 m Tiefe. Drum herum sind Flachwasserzonen, die für die natürliche Reinigung sorgen. An einem Skimmer mit Sieb wird Wasser abgesaugt, und in den Randbereichen, in der Tiefe und einem Sprudelstein wieder eingelassen. Die Pumpe lassen wir nur nach dem Schwimmen laufen, ca. 1 h pro Tag. Das Sieb muss täglich gereinigt werden, wobei wir vorher erstmal schauen, ob Libellenlarven und Molche zu retten sind.

Entscheidend für die Wasserqualität ist es, möglichst wenig Biomasse einzubringen. Also: Blätter abfischen, Bodenreinigung mit einem Kescher (1× pro Woche reicht), und insgesamt möglichst sauber halten. Fische gehören nicht in einen Schwimmteich. Die anderen Tiere kommen von alleine – Molche (an die 100 wandern jedes Frühjahr ein und verschwinden wieder im Mai), Kröten, Libellen, Wasserläufer, Rückenschwimmer etc. Natürlich gibt es Leute, die schwimmen nicht gerne neben Molchen…

Insgesamt sind wir nach 9 Jahren weiterhin begeistert. Ich selber liebe ja das Wasser sowieso, drauf & drin, und schwimme jeden Morgen in unserem Teich.

Seit 2003: Natur-Schwimmteich


1 Woche nach der Fertigstellung. Blick nach Westen …
 

… und nach Osten; alles noch neu

1 Jahr später – erste Blüte der Seerose (aus altem Teich)

es mehrt sich die Bepflanzung
 
Dezember 2004
 

der Winter wird kälter

2006-01: Knistert's?
 

2005-07: die Fledermäuse sind schnell – hier ist mal eine im Bild

Großlibellen: davon gibt's ca. 10 Stück jedes Jahr …

… hier noch eine Mosaikjungfer
 

2 Rückenschwimmer: denen entgeht keine Mückenlarve

links ein Bergmolch, mittig eine Unke
 

Libellenlarve greift Wasserläufer an
heron
wir sehen zum ersten Mal einen Fischreiher bei uns – allerdings gibt es keine Fische für ihn (2010-10)

klares Wasser bis 1,6 m Tiefe


gelegentlich kann man auf dem Wasser stehen (2007-12)

es blüht und blüht … (2010-07)

2012-02 bizarre Eisobjekte

Der Bau


September 2003 – vorher nur ein kleiner Teich
 

Firma Bienger fährt mit Bagger an

Grube und Randdefinitionen
 

darüber Filz

darauf die Dichtfolie
 

nochmal Filz, schon etwas Kies

und die innere Natursteinwand
 

Verrohrung (Auslass) im Flachwasserbereich

Kies fertig
 

Steg fast fertig

Modellierung vor Bepflanzung
 

typische Wasserfarbe direkt nach Befüllen – die Hausherrin weiht ein

Temperaturverlauf


Als Physiker messe ich gern ;) – hier der Temperaturverlauf über die Zeit, 0° bedeutet Eis auf der Oberfläche.


Geschichte eines Lecks

Als wir 2012 nach dem Winter die Umwälzpumpe wieder anstellen wollten, sprang sie nicht an. Das wurde eine längere Reparatur (ein Ersatzeil musste bestellt werden), am 27.4. kam sie endlich. Prima, alles lief… bis zum nächsten Morgen, da war der Wasserstand 10 cm abgesunken. Erster Gedanke: Pumpe undicht. Nein, war sie nicht, daraufhin Pumpe belüftet und Wasseranfall im Pumpenschacht beobachtet: kein Wasser fiel dort an, aber der Wasserstand sank weiter und hörte dann so bei 25 cm Verlust auf. Wie war das zu erklären?

Wegen des zeitlichen Zusammentraffens war es ja a-priori wahrscheinlich, dass der Wasserverlust etwas mit der Pumpenrepatatur zu tun hatte, und nicht ein Leck irgendwo in der Teichfolie entstanden war. Längeres Nachdenken ergab als theoretisch einzige Möglichkeit, dass die unterirdische Verrohrung zum Pumpenschacht (wo die Rohre wieder nach oben kommen und oberhalb Teichniveau in den Pumpenschacht eintreten) leck war, möglicherweise durch den plötzlichen Druck beim Pumpenanlassen. Wie konnte man das ohne Aufgraben testen? Ich bohrte kleine 2 mmØ-Löcher in die “Krümmer” (oben links im Bild) – in der Tat, es pfiff als die mit Wasser gefüllten Krümmer (Heberprinzip!) leerliefen. Grabung ergab dann in der Tat, dass ein Schlauch aufgeplatzt war – ohne Druck wohl nur feiner Spalt (linkes Bild unten Mitte, schon geflickt; mittleres Bild oben halbrechts der Riss), mit Druck (und evtl. eingeklemmten Schmutzteilchen, oben rechts) dauernder Wasserverlust.

Aber warum überhaupt ein Riss? Es ist jetzt klar, was vorher schon wahrscheinlich war (kommunizierende Röhren + Heberprinzip), nämlich dass die gesamte Verrohrung bis zu dem Punkt, wo sie wieder hochkommt um in den Pumpenschacht einzutreten, immer wassergefüllt bleibt; insbesondere auch im Winter, selbst wenn man die Pumpe belüftet hat. Erstaunlich daher, dass es offenbar immer gut ging bisher – bei kalten Wintern friert ja nicht nur das Wasser im Krümmer, sondern auch noch in 20 cm Tiefe ein.

In kommenden Wintern kann ich die Krümmer belüften (habe in die kleinen Löcher einfach kurze selbstschneidende Schrauben eingedreht, wenn ich die löse, belüftet es). Trotzdem bleibt natürlich im waagrechten Teil der Verrohrung unter der Erde noch Wasser. Hmm…


Created: 2010-07-03
|  Impressum·Legal notice  | 
Last update 2014-06-15 by Michael Bach (G+)