Rechts sehen wir eine vereinfachte Version des Gemäldes “Nu bleu II” von Henri Matisse. Das Original besteht aus mittlerem Blau auf hellgelbem Hintergrund. Hier verändert sich langsam die Helligkeit des Hintergrunds und durchläuft einen Punkt, an dem die Leuchtdichte (Luminanz) von Hintergrund und Figur gleich ist.
Wenn Vorder- und Hintergrund exakt die selbe Helligkeit haben und sich nur durch den Farbton unterscheiden, löst sich die Gestalt auf – sie verliert ihren Zusammenhalt. Der genaue Punkt dieser sogenannten Isoluminanz bzw. Äquiluminanz hängt von Bildschirm und von individuellen Schwankungen ab.
Man kann mit dem Schieberegler den Punkt genau einstellen und verschiedene Hintergrundfarben ausprobieren – zum Beispiel denselben Farbton wie bei der Figur.
Ich erinnere mich dunkel daran, dass die erste Demonstration dieser Art, die ich sah, von Richard Gregory stammte.
Dank an Geoff Arden für viele Inspirationen und insbesondere dafür, dass er mich auf dieses Bild für den Äquiluminanz-Effekt hingewiesen hat.