Dieses Gesicht ist offensichtlich unscharf (verschwommen), und die Dame blickt nach links. Stellen wir das Bild nun scharf, entweder durch Drücken der Leertaste oder mit dem Schieberegler: Ist das Bild scharf, blickt die Dame geradeaus, nicht mehr nach links!
Außerdem beobachte ich eine Hysterese: Wenn man langsam von scharf zu unscharf übergeht, ist mehr Unschärfe erforderlich, bis die wahrgenommene Blickrichtung umschaltet, als beim umgekehrten Übergang, bis der Blick wieder nach links zu springen scheint.
Um uns davon zu überzeugen, dass es tatsächlich nur an der Unschärfe liegt, können wir uns vom Monitor entfernen – die kleinere Bildgröße wirkt für das Auge wie eine zusätzliche Unschärfe. Alternativ können Sie das Bild unscharf erscheinen lassen, indem Sie die Augen zusammenkneifen, die Brille abnehmen oder jede andere Methode verwenden, die Ihr Sehen verschwimmen lässt.
Es gibt außerdem ein alternatives Gesicht (das Originalbild) zum Ausprobieren.
Dr. Jenkins schreibt in seiner Veröffentlichung von 2007:
“The figure was constructed by combining spatial-frequency information from two whole-face images that differed only in their gaze direction. A low-pass Gaussian filter (9 cycles per image width) was applied to the right-gaze version of the image, and a high-pass Gaussian filter (13.3 cycles per image width) was applied to the left-gaze version.”
Dabei verwendet er eine Methode, die 1994 von Philippe G. Schyns und Aude Oliva beschrieben wurde und zwei leicht unterschiedliche Bilder zu einem Hybridbild vereint: Ein Bild wird hochpassgefiltert, das andere tiefpassgefiltert. Wird das Bild scharf betrachtet, “gewinnt” die Komponente mit den höheren Ortsfrequenzen. Wird das Bild – auf welche Weise auch immer – unscharf, bleibt nur die Tiefpass-Ortsfrequenzkomponente erhalten. Diese Technik lässt sich auf viele Bildtypen anwenden; sie wird auch bei “Mr. Angry and Mr. Smile” (nächste Seite) eingesetzt.
Diese Demonstration wurde mit freundlicher Genehmigung von Dr. Rob Jenkins, Department of Psychology, University of Glasgow, UK, erstellt.
Jenkins R (2007) The lighter side of gaze perception. Perception 36:1266–1268
Schyns PG, Oliva A (1994) From blobs to boundary edges: Evidence for time and spatial scale dependent scene recognition. Psychol Sci 5:195–200