Oben ist ein Gitter mit abwechselnder Helligkeit in 4 Dunkel-Hell-Zyklen. In der Mitte befindet sich ein horizontaler grauer Balken. Ist die Helligkeit (der Grauton) des Balkens konstant, wenn man daran entlang blickt? Mir scheint, dass das Grau des Streifens über seine Länge hinweg etwas dunkler und heller wird, und zwar genau in Gegenphase zum Gitter.
Ø→, wodurch der Kontrast des Hintergrundgitters auf Null gesetzt wird. Jetzt werden Sie (wahrscheinlich) feststellen, dass der Streifen überhaupt nicht gleichmäßig ist - er hat auch ein Gitter. Das Hintergrundgitter hat also ein Scheingitter in dem grauen Streifen (der ursprünglich eigentlich ein homogenes Grau war) induziert. Die Stärke des Effekts lässt sich aus dem Textfeld links neben dem rechten Schieberegler ablesen, das den Kompensations-Kontrast in % angibt.Zunächst hatte ich gedacht, es handele sich um einen klassischen Fall von lateraler Hemmung in der Netzhaut. Es gibt jedoch einen interokulären Transfer - es funktioniert auch dann, wenn man einem Auge den Streifen und dem anderen das Hintergrundgitter zeigt: Also ist der Effekt kortikal bedingt (wo die beiden Augen zusammenkommen). Weitere quantitative Analysen (siehe Quellen unten) deuten ebenfalls darauf hin, dass dieser Effekt im primären visuellen Kortex seine Mechanismen hat. Wie genau, ist unklar.
McCourt ME (1982) A spatial frequency dependent grating-induction effect. Vision Res 22:119–134
Foley JM, McCourt ME (1985) Visual grating induction. J Opt Soc Am 2:1220–1230