Würfel ohne Ecke?

Optische Täuschungen & Sehphänomene von Michael Bach

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Was sehen wir hier?

Man erkennt sofort einen bläulichen Würfel, der etwas hin und her eiert. Dem Würfel fehlt aber eine Ecke – oben, uns zugewandt.

Wenn man das länger anschaut, dann kann man plötzlich etwas anderes sehen: Ein kleiner Würfel sitzt vorne oben an dieser Ecke, und er dreht sich umgekehrt wie der große Würfel.

Man kann sogar noch eine dritte Alternative entdecken: Wir schauen auf die hintere Ecke eines gekippten Raumes (er steht auf einer Kante), und in der Ecke steht ein Schränkchen.

Was kann man noch machen?

‘Reset’ drücken, dann stoppt das Gewackle und der Würfel nimmt eine Standardstellung ein. Nun ist es vielleicht leichter, zwischen den 3 Möglichkeiten umzuschalten. Wenn man einmal alle gesehen hat, dann kippt die Wahrnehmung von alleine um (so nach 10 s), unaufhaltsam; ähnlich wie beim Neckerwürfel.

Wenn man ‘Perspective’ anklickt, dann wird eine Fluchtpunktperspektive berechnet (d.h. weiter entfernte Teile werden kleiner), und es passt besser zum Würfel mit Fehlecke. Dennoch kann man (etwas verzerrt) die anderen Möglichkeiten immer noch sehen.

Wie kann man das erklären?

Wir sehen ja nicht wirklich ein dreidimensionales Gebilde, sondern nur seine Projektion auf den flachen Bildschirm. Und alle drei unterschiedlichen Gebilde (fehlende Ecker, Tochterwürfel, Raumecke) haben dieselbe Projektion auf den Bildschirm, sind damit alle mögliche und korrekte Interpretationen des Bildes.


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