(Warnung: dies ist ein wenig langweilig …) Oben sind zwei große Gittermuster zu sehen: links mit horizontalen Streifen, rechts mit vertikalen Streifen. In der Mitte dieser beiden befinden sich zwei kleinere Gittermuster mit vertikalen Streifen. Die mittleren Gitter unterscheiden sich leicht im Kontrast; dieser Unterschied wird bei jedem Klick auf Reset zufällig neu festgelegt.
Die Aufgabe besteht darin, den Kontrast der beiden mittleren Streifen mit dem Schieberegler rechts so einzustellen, dass sie identisch erscheinen. Vergleichen Sie die beiden mittleren Gitter und versuchen Sie, die Umgebung auszublenden. Um sich stärker auf die Gitter zu konzentrieren, können Sie den Schieberegler ausblenden und stattdessen die Pfeiltasten verwenden.
Wenn Sie zufrieden sind, deaktivieren Sie die Checkbox Surround. Nun werden die mittleren Gitter höchstwahrscheinlich nicht mehr gleich aussehen. Mit Results wird der Kontrast der mittleren Gitter quantitativ angezeigt.
Dieses Programm haben wir ziemlich genau so in einer unserer Studien verwendet (Nickel et al., 2024, eine weitere schöne Kooperation zwischen Augenklinik und Psychiatrie). Deshalb lässt sich vieles hier über Tastenkombinationen steuern (z. B. zeigt das Drücken der Leertaste die Ergebnisse an und kopiert sie zur weiteren Verarbeitung in die Zwischenablage). Und es erklärt auch die Langweiligkeitswarnung.
Rechts hat das große umgebende Gitter dieselbe Orientierung wie das Testgitter in der Mitte. Dadurch wird der Kontrast des Testgitters etwas „unterdrückt“ (reduziert), sodass sein Kontrast erhöht werden muss, damit es genauso aussieht wie das nicht supprimierte Gitter auf der linken Seite. Wenn sich Umgebung und Zentrum in ihrer Orientierung unterscheiden, tritt eine solche Suppression nicht auf.
Zitat (leicht angepasst) aus unserem Artikel: _Center-surround contrast suppression typically occurs when a luminance-modulated central patch (e.g. sinusoidal grating) of low contrast is presented on a high-contrast background pattern with similar spatial features like the same orientation (collinear) and spatial frequency. Contrast suppression is less pronounced when the center and surround patterns differ in orientation, particularly evident when they are orthogonal (Solomon et al., 1993). This orientation specificity suggests involvement of post-retinal processing sites, most likely cortical areas, in contrast suppression (surprisingly also reported in the LGN (Poltoratski et al., 2016), but that’s only an abstract).__
Nickel, Heinrich, Beringer, Endres, Runge, Küchlin, Maier, Bach, Domschke, Tebartz van Elst, Friedel (2024) Alterations in center-surround contrast suppression in patients with major depressive disorder. Sci Rep 14:28160.
Poltoratski, McCormack & Tong (2016) Orientation-tuned surround suppression in the human LGN. J Vis 16, 875